Esmera 09.09.2016 10:29

Esmera

Bislang kennt man Zep nur als Zeichner mittelmäßiger Cartoon Bände, sowie als Schöpfer von Titeuf – eines Jungen, der sich mit Eltern, Lehrern und Geschwistern rumschlagen muss. Auch mit seiner Angebeteten hat Titeuf jede Menge Probleme. Eine humoristische Serie, die sich zwar langsam totläuft, deren erste Bände aber durchaus treffend und spaßig sind.

Esmera ist anders. Es ist eine erotische Fantasie, deren grafische Umsetzung leicht an der Grenze zur Pornografie verläuft – wenn man, wie die Gesetzesbürokratie es tut, Pornografie u.a. als Abbildung eines männlichen Geschlechtsteils in einem Erektionswinkel von mindestens 45 Grad definiert. An Erektionen mangelt es in diesem Album nicht, und deren Stabilität geht weit über 45 Grad hinaus. Für lustvollen Sex ist also gesorgt, und das ist im Grunde auch das, worum es in diesem Album hauptsächlich geht.

Trotzdem ist es kein Porno, denn erstens sind die gefühlvollen Zeichnungen von Vince in keinster Weise platt oder vulgär, und zweitens hat Zep eine witzige Ausgangssituation zur Grundlage seiner Geschichte gemacht: Die junge Esmera wächst in einer Mädchenschule auf, in der die Nonnen den Kindern einprägen, dass die Engel alles sehen. Auch das, was unter der Bettdecke passiert. Trotzdem möchte Esmera – inzwischen bald 18 Jahre alt – ihre Jungfräulichkeit verlieren. Diese Erfahrung ist zwar im wahrsten Sinne des Wortes schnell gemacht, doch dann entdeckt sie, dass sie Sex sowohl als Frau, wie auch als Mann genießen kann. Was Vor-, aber auch Nachteile hat.

Eine frivole Fingerübung, durchaus mit Hintergedanken – so charakterisiert der Splitter-Verlag dieses Album. Kann man so sehen. Ein Comic für Freunde lockerer erotischer Erzählungen.

Esmera von Vince & Zep, HC, 80 Seiten, farbig, Preis: 19,80 EUREmpfohlen ab 18 Jahre

Quelle: comickunst