Bis zum bitteren Ende 22.03.2021 10:31

Bis zum bitteren Ende

Die Ära der Cowboys geht zu Ende – die Eisenbahn bringt jetzt die Rinder von der weiten Prärie in die Schlachthöfe Chicagos. Der letzte Longhorn-Treck des alten Russel führt ihn aufs Altenteil zu einigen Hektar Farmland in Montana, wo er und sein Adoptivsohn Bennett in Frieden leben können.

Doch im Städtchen Sundance, das sie durchreisen, wird Bennett eines Morgens tot aufgefunden.

Der Bürgermeister erklärt die Sache zu einem Unfall und jagt Russell aus seiner Stadt. Aber der alte Cowboy wird das nicht so einfach auf sich beruhen lassen. Er will Antworten, koste es, was es wolle.

Ein wunderschön illustrierter Spätwestern-Oneshot, der den erlöschenden Glanz des Wilden Westens in einer tragischen Rachestory vor imposanter Kulisse einfängt. – Soweit der Verlagstext.

Der Unterschied zwischen diesem und den meisten anderen Western besteht darin, dass hier nicht nur sinnlos um Ehre, Ruhm und Reichtum geballert wird, sondern grundlegendere Fragen von Recht und Moral thematisiert werden.

Ähnlich wie im Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt. Da dreht sich auch alles darum, ob man aus schnöder Geldgier morden, oder, wenn schon nicht selber, dann doch zumindest andere dazu animieren darf.

In diesem Fall stellt sich die Frage, ob man einen möglichen Mord vertuscht, um in den Genuss eines großen Verlade-Bahnhofs für ganz Wyoming zu kommen, der sicher viele Reisende anziehen und dem kleinen Örtchen Sundance viel Geld bringen wird. Im Grunde genommen:

Der Tote war ein Junge auf Durchreise – also jemand, den niemand in Sundance kannte.

Da kann es einem doch eigentlich egal sein, wie er gestorben ist. Oder?

Bis zum bitteren Ende von Paul Gastine, Jérôme Félix,

HC, 80 Seiten farbig, Preis 18,00 EUR

Quelle: © Félix/Gastine/Splitter/comickunst/ppm/stripspeciaalzaak.be//youtube