The long and winding road 07.05.2018 10:30

The long and winding road

Das ist wirklich dumm gelaufen: Ulysses Vater ist gestorben.

Was an sich nicht tragisch wäre, denn Ulysse konnte nie viel mit ihm anfangen.

Sogar tot geht er mir auf den Sack, meckert er, weil er jetzt zur Beerdigung muss.

Das wirkliche Problem ist: Der letzte Wunsch seines Vaters besteht darin, dass er verbrannt werden möchte.

Die Asche soll auf der Isle of Wight verstreut werden – von Ulysse.

Und zwar an genau der Stelle, wo der Vater 1970 auf diesem geilen Hippiefestival war, auf dem unter anderem Taste, Donavon, Ten Years After, die Doors, die Who und Jimi Hendrix aufgetreten sind.

Ulysse müsste die Urne also von Südfrankreich nach England fahren – wozu er einfach keinen Bock hat.

Doch seine Tante überredet ihn, die Reise anzutreten und bietet ihm an, ihn ein Stück des Weges zu begleiten.

In der Garage steht noch der alte VW-Bus, mit dem Ulysses Vater damals unterwegs wer, und im Bus liegen all die Musikcassetten mit den Bands der damaligen Zeit.

Da bahnt sich ein echter Nostalgietrip an – aber wie nostalgisch er wirklich wird, davon hat Ulysse noch keine Ahnung.

Bei ihrem ersten Stopp übernachten sie bei ehemaligen Kumpels des Vaters, gediente Altfreaks bis in die letzten verbliebenen Haarspitzen, und die haben einige Überraschungen parat.

Der Roadtrip, auf den Christopher den Leser hier schickt, führt durch allerlei frühe Lebensstationen des Vaters:

Rockmusik, Groopies und Hippies begegnen Ulysse in Briefen und auf Zwischenstopps. Das Bild, das er von seinem Vater hat, verändert sich Stück für Stück und Kilometer um Kilometer.

Er beginnt zu verstehen, weshalb damals manche Dinge so gelaufen sind, wie sie eben gelaufen sind.

Und dass sein Vater nicht so spießig war, wie er immer dachte.

Ein unterhaltsames Roadmovie für alle Fans der 1970er Jahre.

The long and winding road von Rubén Pellejero, Christopher, HC, 180 Seiten, Preis 29,00 EUR

Quelle: youtube/comickunst