R.I.P. Jiro Taniguchi (1947-2017) 13.02.2017 10:32

R.I.P. Jiro Taniguchi (1947-2017)

Der japanische Manga-Zeichner Jiro Taniguchi ist am 11. Februar gestorben. Mit ihm verliert die Comic-Welt einen ihrer ganz großen Autoren und Zeichner. Er wandelte mit seinen Comics zwischen japanischer und westlicher Tradition - und feierte damit internationale Erfolge. Jiro Taniguchi galt weltweit als einer der renommiertesten Manga-Zeichner. Nun ist der Autodidakt Jiro Taniguchi tot. Er wurde 69 Jahre alt.

Der 1947 im japanischen Tottori geborene Taniguchi wurde im Westen entdeckt, als er in Japan bereits seit zwanzig Jahren aktiv und vor allem mit Genre-Werken (u.a. „Trouble is my business“) bekannt geworden war. Internationalen Ruhm errang er via Frankreich, wo ab Mitte der 1990er seine persönlicheren, kontemplativen Werke, die er seit Beginn der 90er vorlegte, erschienen. Als er 2015 zum Comic-Festival von Angoulême kam, hatten sich seine auf Französisch bei Casterman erschienenen Bücher schon mehr als eine Million Mal verkauft.

Die 1998 veröffentlichte Graphic Novel „Vertraute Fremde“ wurde rasch als Meisterwerk erkannt und mit zahlreichen Preisen geehrt. In Deutschland wurde es als „Comic des Jahres 2007“ und dazu 2008 mit dem Max-und-Moritz-Preis als „Bester Comic“ beim Comic-Salon Erlangen prämiert. Weitere große Werke sind u.a. „Der spazierende Mann“ (1991), „Träume von Glück“ (1992), „Die Sicht der Dinge“ (1994) oder „Ein Zoo im Winter“ (2008).

Beim Schreiber & Leser Verlag ist gerade der 1. Teil des zweiteiligen Science-Fiction-Abenteuers “Ice Age Chronicle of the Earth” erschienen. Darauf mal angesprochen sagte Jiro Taniguchi: „Dieses Science-Fiction-Abenteuer à la Jules Verne war für mich der Königsweg zum Comic“.

Weitere seiner zahlreichen Bücher liegen bereits auf Deutsch bei den Verlagen Schreiber & Leser und Carlsen vor.

Im April erscheint beim Carlsen Verlag sein Artbook “Venedig” mit dem Jiro Taniguchi Venedig ein fängt.

Licht, Wasser, Steine, berühmte Bauten, weite Plätze, spielende Kinder, kreischende Möwen, ein Markttreiben, den einsamem Angler an der Pier, Touristen im Café, in der Gondel, überall. Eine typische Mischung aus Trubel und Ruhe, Freude und Besinnlichkeit, Einblick und Ausblick. Malerisch in Farbe, in Aquarelltechnik. Ein Buch zum Sich-fallen-lassen, zum Nach-Venedig-Reisen ganz ohne Gepäck.

Quelle: lefigaro/carlsen/youtube