Patrick Prugnes Amerika 08.01.2020 10:26

Patrick Prugnes Amerika

Es ist nicht der klassische Western, dem sich der Künstler Patrick Prugne verschrieben hat. Seine Geschichten spielen mehrheitlich noch weit früher, zu einer Zeit, als es die USA noch nicht gab, als die Franzosen und die Engländer in der Neuen Welt Fuß fassten und die Natur noch weitestgehend unberührt war.

Dieses Amerika kleidet der Künstler in prächtige, zum Verweilen einladende Aquarellzeichnungen. In den letzten Jahren hat er sich aber auch als sehr einfühlsamer Autor erwiesen.

Seinen ersten Ausflug in die Neue Welt bestritt er damals noch als reiner Zeichner und so wurde „Canoe Bay“ von Tiburce Oger geschrieben. Die Geschichte spielt zur Mitte des 18. Jahrhunderts, als Franzosen und Engländer sich wegen der Kolonie im Krieg befinden. Das ist aber nur der Auftakt, folgt man in „Canoe Bay“ dann doch den Abenteuern eines Waisenjungen, der nach Florida deportiert wird. Nach einer Meuterei auf dem Sklavenschiff aber in Richtung Karibik unterwegs ist.

„Canoe Bay“ ist noch nicht die Art Geschichte, die Prugne selbst erzählt hätte, aber die Saat hierfür ist schon erkennbar.

Aufgegangen ist sie zwei Jahre später – im Jahr 2011 –, als Prugne uns „Frenchman“ vorstellte, für das er nicht nur die Zeichnungen lieferte, sondern auch den Text geschrieben hat. Der Comic erzählt von einem Franzosen, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den USA von einem Trapper vor dem Schafott gerettet wird und mit ihm das Indianerland durchstreift. Es geht um das Ende eines alten Lebens und den Anfang eines gänzlich neuen Lebens. Die Geschichte ist minimalistisch aufbereitet, aber packend.

Die mit Wasserfarben erschaffenen Zeichnungen sind eine Augenweide und die 20 Seiten Bonusmaterial zeigen interessante Skizzen und Zeichnungen, die in Vorbereitung für das Projekt entstanden sind.

Dies ist fortan auch ein Standard in Prugnes Alben und bieten nicht nur Aufschluss darüber, wie er an seine Arbeit herangeht, sondern sie warten auch mit formvollendeten Zeichnungen auf, die man sich nur allzu gerne an die Wand hängen würde.

Quelle: youtube/ comicecke