Nennt mich Nathan 19.07.2019 10:27

Nennt mich Nathan

Lilas Kindheit ist perfekt bis zu dem Tag, an dem ihr Körper ihr und der ganzen Welt die ersten unmissverständlichen Zeichen sendet, dass sie zur Frau wird.

Denn Lila ist die einzige, die weiß, dass sie in Wirklichkeit ein Junge ist.

Ihre »weibliche Identität«, diesen Fremdkörper, kann sie nicht akzeptieren.

Mit sechzehn Jahren entscheidet Lila sich, Nathan zu werden.

Mit der unerschütterlichen Unterstützung seiner Familie, seiner Freunde und Lehrer und mit unzähligen Testosteronspritzen nimmt Nathan die Herausforderung an, die genetische Lotterie des Lebens zu korrigieren, um endlich er selbst zu sein.

Eine einfühlsame, fiktive Biographie, die auf einer wahren Geschichte basiert.Soweit der Verlagstext.

Es gibt inzwischen einige Comics rund um das Thema sexuelle Identität. Allen gemeinsam ist, dass es anfangs schwer ist, die neue Identität gegen den Rest der Welt durchzusetzen.

Das ist auch für Lila so. Es ist nicht leicht, den Eltern beizubringen, dass er ab jetzt, Nathan genannt werden will.

Dass Lila immer nur eine Rolle gewesen ist, die er gespielt hat, um ihnen zu gefallen.

  • Und er jetzt keine Rolle mehr spielen will.
  • Die Eltern schwanken zwischen Verständnis und Hilflosigkeit.
  • Eben hatten sie noch eine Tochter und einen Sohn – jetzt plötzlich zwei Söhne?
  • Komisches Gefühl.

  • Die komischeren Gefühle hat Nathan.
  • Er knutscht mit seiner Cousine rum.
  • Ein Mädchen küsst ein Mädchen – da müsste er doch lesbisch sein, oder?
  • Wieso also fühlt er sich als Junge?
  • Was stimmt nicht mit ihm?

Nathan schlüpft aus Lilas Körper wie aus einem fremden Kokon.

Stückchenweise.

Erst die Frisur, dann die Klamotten, dann die Hormone, dann die Brüste.

Ein Album, das das emotionale Durcheinander, das mit solchen Veränderungen verbunden ist, anschaulich auf die Seiten bringt und schön gezeichnet ist.

Nennt mich Nathan von Quentin Zuttion, Catherine Castro,

HC, 144 Seiten , Preis 22,00 EUR

Quelle: comickunst