Miguelanxo Prado: Leichte Beute 06.07.2018 10:36

Miguelanxo Prado: Leichte Beute

Miguelanxo Prado ist ein vielseitiger Künstler. Der mit so ziemlich allen wichtigen Comic-Preisen ausgezeichnete Spanier hat so unterschiedliche Alben vorgelegt wie

De Profundis (Fantasy), Peter und der Wolf (Adaption), Berührungen (Erotik), Der tägliche Wahn (Satire) und sein wunderschönes Ardalén, in dem sich alles um das Thema Identität und Erinnerung dreht.

Sein neues Album Leichte Beute ist ein Krimi, komplett in Schwarzweiß gehalten. Prado setzt sich darin mit den Auswirkungen von Investmentbanking und spekulativen Immobilien-Geschäften auseinander, die in den USA und Europa dazu geführt haben, dass viele Menschen finanziell ruiniert wurden, teilweise sogar ihre Wohnungen verloren

Die Banker kassierten dagegen fette Boni und machten sich damit sehr unbeliebt. So ist es kein Wunder, dass Kommissarin Tabares und Kommissar Sortillo den Tod eines Mitarbeiters der Banco Ovejero aufklären müssen. Wahrscheinlich wurde er vergiftet.

Doch bevor sie auch nur halbwegs alle Fakten beisammen haben, trifft es den nächsten: José Manuel de la Villa wird von einem Auto angefahren und stirbt im Krankenhaus. Die Kommissare hoffen, dass es sich um einen Unfall handelt. Ansonsten müssten sie von einem Serientäter oder Terroristen ausgehen.

Keine angenehme Vorstellung.

Prado erzählt hier eine Geschichte der Rache und präsentiert einen Plot, den man so nicht erwartet.

Das ist ebenso originell wie politisch unkorrekt und erfrischend zu lesen.

Seine Figuren mit ihren vom Leben gezeichneten Gesichtern kommen wie immer absolut authentisch rüber.

Leichte Beute von Miguelanxo Prado, 96 SW-Seiten, HC, Preis 18,00 EUR

Quelle: comickunst/carlsen