Marcel Gotlib R.I.P. 08.12.2016 10:34

Marcel Gotlieb R.I.P.

Marcel Gotlieb (GOTLIB), geboren am 14. Juli 1934 in Paris, war einer der größten Humoristen, den die französische Comickultur hervorgebracht hat. Sein Name wird immer mit „Peter Pervers“ und dem satirischen Magazin „Fluide Glacial“, das von ihm gegründet wurde, in Verbindung gebracht.

Marcel Gotlieb war der Sohn von Ervin und Régine Gotlieb. Sein Vater war ein rumänischer Jude und seine Mutter eine ungarische Jüdin. Er musste im Alter von 8 Jahren erleben, wie sein Vater 1942 verhaftet und deportiert wurde. Im Konzentrationslager Buchenwald wurde Ervin Gotlieb ermordet. Régine Gotlieb versteckte darauf hin Marcel und seine jüngere Schwester Liliane auf einem Bauernhof im Eure-et-Loir.

Gotlibs Comickarriere begann 1954 mit dem Lettering von Comics bei der Agentur Opera Mundi. Ab 1962 begann er mit der Arbeit für das Comicmagazin Vaillant, für das er den Hund Gai-Luron erfand, der in Deutschland unter dem Titel Witzbold im Volksverlag erschien. 1965 wechselte Gotlib von Vaillant zum Magazin Pilote und wurde bekannt mit der satirischen Kolumne Les Dingodossiers, zu der René Goscinny die Texte beitrug. Für die Zeitschrift Rock & Folk hatte Gotlib 1971 mit der Serie Hamster Jovial begonnen, in der sein Humor noch provokanter wirkt. Der dann in Deutschland unter dem Titel Hamster Fidel und seine Wölfchen im Volksverlag erschien.

1972 entstanden die ersten Episoden der Reihe „Superdupont“, die er gemeinsam mit Jacques Lob schrieb. Nach künstlerischen Streitigkeiten mit René Goscinny, der als Chefredakteur des Pilote in seinen Augen zu satirische Zeichnungen der Künstler für die Veröffentlichung im Magazin ablehnte, verließen Gotlib, Claire Bretécher und Nikita Mandryka 1972 Pilote und gründeten das Magazin L’Écho des Savanes (Ruf der Wildnis). Gotlib verließ das Magazin 1975 wieder, um endlich sein eigenes Magazin „Fluide Glacial“ ins Leben zu rufen. In seinem eigenen Magazin konnte Gotlib seine Art von Humor, der häufig blasphemische und sexuelle Züge trägt, endlich umsetzen. Gotlibs Stil erinnerte an das amerikanische Magazin MAD und die Zeichner Don Martin oder Harvey Kurtzman.

Hier erschienen auch weitere Folgen von „Superdupont“ von unterschiedlichen Zeichnern. Auch die Serie Pervers Pépère (Peter Pervers), ab 1976 von Gotlib gezeichnet, erschien dort. Sie handelt von einem Exhibitionisten, der sich in Alltagssituationen bewähren muss. Von 1977 bis 1983 veröffentlichte Fluide Glacial einen weiteren Highlight, die Serie Schwarze Gedanken von André Franquin. 1991 erhielt Gotlib dann für sein Lebenswerk den „Grand Prix du Salon international de la Bande Dessinée of Angoulême“. 2008 wurde sogar der Asteroid (184878) Gotlib nach ihm benannt. Gotlieb wurde schon zu Lebzeiten eine Legende und der Maßstab für alle satirischen Zeichner in Frankreich.

Marcel Gotlieb starb, im Alter von 82 Jahren, am 4. Dezember in Le Vésinet, Département Yvelines.

Quelle: wiki/lefigaro/faz