Joe Schuster 13.06.2018 10:35

Joe Schuster

Eine Comicbiografie über Joe Schuster, den Zeichner von Superman – pünktlich zum 80. Jubiäum des Superhelden.

Der deutsche Autor Julian Voloj (Ghetto Brother, Die Judenbuche) lebt unweit von Schusters ehemaligem Haus in New York. Er hat die Geschichte der Entstehung Supermans – und vor allem die Geschichte ihrer Schöpfer – gründlich recherchiert. Der italienische Zeichner Thomas Campi (Magritte) kleidet die Story in Bilder, auf denen Joe Schuster Supermans bürgerlicher Existenz Clark Kent verblüffend ähnlich sieht.

Voloj erzählt die Geschichte von den Anfängen in den 1930er Jahren bis zu dem Zeitpunkt, als Schuster und sein Autor Jerry Siegel völlig verarmt Prozesse gegen eine Medienindustrie führten, die ihnen alle Rechte an der Figur streitig gemacht hatte.

Am Anfang stand der Fehler, den viele Künstler machen:

Nachdem man monate- und jahrelang vergeblich nach einem Verleger oder Produzenten für eine neue Figur gesucht hatte, war man froh, wenn man sie am Ende doch nicht dem Papierkorb übergeben musste, und jemanden fand, der sie publizieren wollte.

Dass man den Vertrag, den man dann voller Freude unterzeichnet, nicht so genau liest, hat man auch von anderen schon gehört.

Während Schuster und Siegel anfangs noch mitreden durften, wurden ihnen die Einflussmöglichkeiten Stück für Stück entzogen. In der Folge verdienten sich Printmedien und Filmverlage eine goldene Nase, während die Schöpfer von Superman mehr und mehr entrechtet wurden.

Ein informatives Album über die Entwicklung einer Figur, die die Grundlage für ein ganzes Genre lieferte. Und ein Album, das das Verhältnis von Kreativen zur Ideen-Verwertungsindustrie sehr deutlich schildert.

Eine wie ich finde im Grunde zeitlose Geschichte...

Joe Schuster – Vater der Superhelden von Thomas Campi, Julian Voloj, HC, 176 Seiten, Preis 19,99 EUR

Quelle: comickunst