Comics Galerie Pulheim - Die Story!


Über 25 Jahre Comics Galerie in Pulheim –

Über 25 Jahre Fine Art of Comics & more –

Über 25 Jahre Kompetenz in Comics, Mail Order und mehr!

"Wie ich für mich die Welt der Neunten Kunst entdeckte…"

"Ich war vielleicht zehn oder elf Jahre alt, als es ganz klassisch mit der Micky Maus, Fix und Foxi, Felix und den Produkten des Lehning Verlages Piccolos & Großbände anfing." Bei meinen zwei besten Freunden Achim und Kurt, der Buzzer genannt wurde, lagen sie damals regelmäßig herum und von nun an hatte ich sie regelrecht verschlungen. Zwei Jahre später 1965, ich weiss es noch wie heute, war mein erster selbst gekaufter Comic eine Heft von "Felix" mit Bessy und Ulla und Peter, dem folgten dann noch viele weitere Comicshefte.

Etwas später dann lernte ich diverse Seelenverwandte kennen und so wurde nach der Schule und den Hausaufgaben dann eine grosse Ledertasche mit den kleinen und großen Heften von denen ich mich damals trennen wollte gepackt. Dann schwang ich mich auf mein Fahrrad und klapperte so all die mir bekannten Comics Freunde ab - tausche dann meine Hefte ( z.B. 2 Piccolos gegen ein Großband oder 2 Großbände ohne Umschlag gegen eins mit) mit Ihnen, die Fortsetzungsgeschichten die ich wieder tauschen wollte lies ich dort sofort und fuhr dann schon zum nächsten Comicfreund.

Wir hatten halt nicht alle das Geld um uns all unsere Comics Träume zu erfüllen und so kamen wir auf dieser Weise unseren Träumen näher und lernten dabei auch andere Comics Serien kennen wie z.B.: Prinz Eisenherz WaS, Robinson oder die Illustrierte Klassiker.

Auf dieser Art wurde schon damals vielleicht der Flohmarkthandel bzw. das Ladengeschäft vorweggenommen, das dann einige Jahre später noch folgen sollte. So bin ich halt ein Comic Nostalgiker und Carl Barks Fan, sprich Donald Duck Fan, geworden. “Carl Barks, das ist halt der Erfinder und Zeichner von Donald Duck. In seinen Stories hat er sehr viele Lebensweisheiten verarbeitet.“ Anfang der 70er Jahre hatte sich mein Blick dann kolossal verändert, es war halt damals eine andere Zeit.

Die Beatles , Stones , Deep Purple – Disco und Girls. Für meine geliebten Comics blieb keine Zeit mehr und irgendwann waren sie auch alle weg.

Meine private Leidenschaft für diese “Gute alte Comics Zeit“ fing erst wieder in der Mitte der 70er Jahren an, als mir auf irgendeinem Flohmarkt durch Zufall ein Zack – Magazin in die Hände fiel. Von da an war es um mich geschehen - ich war mit dem Comicsfieber wieder angefixt. Nun wurde an jedem Wochenende ein anderer Flohmarktbesuch eingeplant und ich kaufte und besorgte dort mir meine alten Comics zurück, aber auch andere, ganz neue Comics fanden in mir einen neuen Besitzer.

Das ging all die Jahre so weiter bis etwa Anfang 1980, wo ich es dann sogar zu einem eigenen Tausch- bzw. Verkaufstand brachte , mit dem stand ich dann auf den Flohmärkten im Rheinland und auch auf der Comic Messe in Köln war ich mit dem Stand vertreten. Dorti wurde auch diverse Kontakte und Freundschaften mit Gleichgesinden geknüpft, die dann zum Teil später selbst Ladenlokale eröffnet haben. Anschließend dauerte es noch bis zum November 1988, bis ich mich mit meinem privaten Bestand vom Flohmarkt in Pulheim selbstständig machte. Die treibende Kraft dabei, die überhaupt zur Eröffnung der Comics Galerie in Pulheim geführte hatte, war wie auch in anderen Sachen, meine von mir geschätzte und geliebte Ehefrau Christa.

Was uns außerdem dabei noch half das Geschäft zu eröffnen, war das die Sozialstruktur stimmte, denn diverse Schulen, sowie eine Realschule & ein Gymnasium waren in der Nähe und ganz wichtig, die Miete war, im Gegensatz zu Köln, sehr erschwinglich.Trotzdem war es für mich am Anfang alles andere als leicht Beruf und Geschäft unter einem Hut zu bringen. Zu der Zeit hatten mein Frau und ich schon zwei Kinder. Und auch hierbei wurde meine Frau mir eine große Hilfe, denn während ich 8 Stunden arbeitete, stand Sie, nachdem sie die zwei Kinder in den Kindergarten bzw. ihrer Mutter gebracht hatte, ohne das sie irgend eine Erfahrung in dieser für Sie doch fremden Materie hatte, in unserem Ladengeschäft. Nahm dabei die Waren Lieferungen an, machte den Verkauf und dazu auch noch die Buchhaltung. Am Nachmittag dann, nach dem ich von der Arbeit kam, löste ich Sie ab und so kam es, das es nach einiger Zeit mit unserer Comics Galerie doch ganz gut klappte.

Tja unsere Kunden, vor allem die der ersten Stunde...

Einige davon hatten diverse Talente die uns damals in den Anfängen sehr halfen. Andere kamen als Schulkinder in den Laden oder zogen in die Ferne, aber noch immer sind sie nach all den Jahren Kunden von uns geblieben und halten uns nach wie vor die Treue.

Besonders wichtig neben allen anderen Kunden für die Comics Galerie wurden, neben Günther Schmitz (1988)Frederik Nerlich (1992) und Rainer Heim (2002), damals auch noch diese drei Kunden hier: Friedel Krings, Sascha Dörp und Andreas Schumann.

Alle drei waren Kunden der allerersten Stunde, also quasi von Beginn an da.

Friedel Krings z. B.: er war sehr wichtig, da er für uns alle Lithographie Arbeiten machte die damals anfielen, sei es die Werbung oder die Gutscheine, die er dann auch für uns drucken ließ.

Oder Sascha Dörp, er war damals und ist heute noch Comic Zeichner. Schon in der Schule hatte er für die Schülerzeitung einzelne Gags gezeichnet. Sein großes Vorbild war Willi Eisner. Für die Comics Galerie hatte er eine eigene Comic Story entwickelt und gezeichnet die in Pulheim und Umgebung spielte. Veröffentlicht haben wir sie damals im Pulheimer Stadtblatt, wo jede Woche eine Stripzeile des Comics in Fortsetzung erschien. Auch heute noch ist Sascha Dörp als Zeichner tätig und bringt auch immer noch eigene Comics heraus. Hier geht es zu seiner Homepage.

Last but not leastAndreas Schumann, ohne ihn hätte es die Comics Galerie in den Anfängen sicher um einiges schwerer gehabt. Als er als sehr junger Schüler das erste Mal im Laden auftauchte, blieb er einfach da. Ab diesem Tag war Andreas jeden Tag nach der Schule in der Comics Galerie und als meine Frau 1995 dann wieder in ihrem Beruf arbeiten ging, sprang Andreas sofort ein. Von da an öffnete er außer Samstags jeden Tag, solange ich Berufstätig war und bevor ich ihn ablöste, nachmittags die Comics Galerie, nahm Warenlieferungen an, wurde Berater und Verkäufer für die Kundschaft, nahm dabei Kundenbestellungen auf, brachte unsere Einnahmen zur Bank und er vertrat mich komplett, wenn wir, meine Familie und ich, vier Wochen in Urlaub fuhren. Er wurde praktisch zum „Mädchen für alles“ für die Comics Galerie.

Sogar als ich mir meinen großen Kindheitstraumein Besuch in Disneyworld in Florida USA – erfüllte, flog Andreas mit. Zum Glück für mich, denn ich sprach im Gegensatz zu Andreas kein Wort Englisch. Ende der 90 Jahre war dann leider Schluss, denn Andreas zog der Liebe wegen nach Stuttgart. Dort eröffnete er mit seinem Partner erst das Comix und dann den Waschsalon. Womit sie sich in der Szene etabliert hatten. Jetzt lassen sie es im Bohnenviertel ein wenig kleiner angehen. Dort eröffnete das Duo die berühmt berüchtigte Restauration & Bar bernstein, das aus der Party Szene Stuttgarts nicht mehr wegzudenken ist - so gut, dass sie damit bereits den Titel "Gay-Bar des Jahres" kassierten. Hier geht es zum bernstein.

Zwei ganz besondere Außendienstler …

Noch zwei Personen waren damals äußerst wichtig für die Comics Galerie. Es waren keine Kunden sondern zwei besondere Außendienstler der Verlage Carlsen und Ehapa.

Herr Schierhorn, ein Hamburger durch und durch, vom Carlsen Verlag war eine besondere Seele von Mensch. Er hatte immer ein offenes Ohr für alle Probleme die auftauchten und war immer äußerst Kulant zu uns. Als wir 1988 beschlossen die erste Comics Galerie zu eröffnen, ein Ladenlokal von der Größe von ca. 20qm, kein WC und die Vorderfront bestand nur aus Glas, Eingangstür und Schaufenster, da saß Herr Schierhorn mit einer Tasse Kaffee in unserem Wohnzimmer nahm uns die Angst und sprach uns Mut zu. In all den Jahren die Herr Schierhorn für den Carlsen Verlag tätig war, war es immer eine besondere Freude, wenn er zu Besuch kam und unsere Bestellung aufnahm. Er war eine besondere Art von Vertreter, dem gerade auch die kleinen Händler besonders am Herz lagen.

Beim Ehapa Verlag war es einige Jahre später Frau Barbara Bacher-Zink als Vertreterin, auch Sie war diese besondere Seele von Mensch die, genauso wie Herr Schierhorn, für alle Probleme die uns als damals kleiner Händler betraf ein offenes Ohr hatte. Beide Menschen halfen der Comics Galerie als einige schwere Zeiten anstanden. Hiermit nochmal vielen Dank an alle Menschen die uns all die Jahre geholfen haben.

1990 - nach zwei Jahre zogen wir nun endlich in ein größeres Ladenlokal um, ein Jahr später wurde unser drittes Kind geboren und immer noch wurde Beruf und Geschäft unter einem Hut gebracht. Das alles dank der Hilfe meiner Frau Christa, die sich am Anfang auch noch weiterhin bis 1995 vormittags im Geschäft mit einbrachte und mir somit immer den Rücken freihielt.

"Sicher vermisse ich auch die Laufkundschaft wie früher, aber es hat sich halt alles geändert…"

Es war genau im Jahre 2005 als es mir gesundheitlich immer schlechter ging, so das ich dann im Mai jerweils dreimal die Woche 5 Stunden an die Dialyse musste. Danach wurde es für uns auch immer schwieriger mit den Öffnungszeiten des Ladenlokales und dann kam ja auch noch mein Beruf dazu.

Die Schwere der Erkrankung zwang mich dann im Oktober 2005 dazu unser Ladengeschäft schweren Herzens aufzugeben und so beschlossen wir, Christa meine Frau, Günther Schmitz und ich, stattdessen in den Onlinehandel ein zu steigen.

Günther war ja einer meiner ersten Kunden und er wurde mit der Zeit vom Kunden zum Freund. Er half mir, in seiner Eigenschaft als IT Fachkraft, dabei den COMICS GALERIE Online Shop aufzubauen, zu gestalten und als sogenannter "Feuerwehrmann" in all den Jahren, bei allen Problemen mit der Software, zu helfen.

Ein anderer meiner Kunden der auch sehr wichtig wurde für die Comics Galerie ist  Frederik Nerlich, wie er damals hieß. Er ist ein großer Star Trek Fan und stand 1992 plötzlich in unserem Laden. Auch mit ihm hatte sich dann eine große Freundschaft entwickelt und fortan, solange ich mit meiner Familie in unseren wohlverdienten Urlaub fuhren vertrat Frederik mich bis zum Ende der 90 Jahre in unserem Ladenlokal. Er wurde, wie auch sein späterer Mann Rainer Heim, ein großer Comics Sammler und obwohl sie jetzt beide in Limburg wohnen, sind sie immer noch Stammkunden von uns geblieben.

Unser Ladengeschäft vermisse ich nach all den Jahren immer noch am meisten, vor allem der tägliche, persönliche Umgang mit der Stammkundschaft und auch die Laufkundschaft, die in den vergangenen Jahren für so manche skurrile Episode gut war.

Die Stammkunden, die nicht bei uns im Internet bestellen, verbinden ihren Besuch bei uns immer noch mit einem längeren Gespräch. Auf die Sammler und Romantiker unter den Comiclesern kann man sich halt verlassen und erst Recht dann, wenn sie sich erst einmal bei uns wohlfühlten. 

" Reich an materiellen Dingen wird man dabei nicht, aber wir kommen über die Runden."

Im November 2013 feierten wir dann das 25 jähriges Bestehen der Comics Galerie in Pulheim, neben meiner Familie und Freunden gebührt dabei der größte Dank allen Sammlerinnen und Sammlern die uns über viele Jahre die Treue halten und gehalten haben und der Internethandel brachte dann auch noch ganz neue Impulse in unser Geschäft hinein. Schweiz, Österreich, Belgien, Niederlande, usw. - die Kunden kommen jetzt auch von überall her.

Die Comics Galerie vertreibt inzwischen Titel aus den Programmen von über 50 Verlagen. Zu unserem Angebot gehören Comicbücher, Alben, Mangas, Magazine, sowie vieles mehr. Außerdem kann man über uns auch das amerikanische Verlagsprogramm beziehen. Sowie viele Titel, die nicht in unserem Online-Shop zu finden sind, können wir Ihnen auch besorgen - darunter spezielle Sonder- und Luxusausgaben.

"Das Problem hier in Deutschland war damals, dass der Comics bei uns nie diesen Stellenwert genossen hat, den er in Belgien oder Frankreich immer schon hatte."

Aber das hat sich ja Gottseidank inzwischen geändert, denn die Akzeptanz des Comics in der Gesellschaft wächst, nicht zuletzt weil neuerdings auch Literaturkritiker so etwas wie Ralf Königs "Elftausend Jungfrauen" empfehlen. Dazu muss man aber auch sagen, dass da auch alles wirklich zusammen passte. Denn in den letzten 10 Jahren wuchsen, verbreitet durch die japanische Mangas und der zur Zeit angesagten Comicromane die unter dem Label der Graphic Novel zusammen gefasst wurden, auch neue Zielgruppe als Sammler heran.

Der Comic wurden bei uns hier wieder verstärkt zu einem Thema und dazu kam noch, das die klassischen Comics auch wieder in einer sehr guten Qualität herausgebracht wurden. Allen voran ist da vielleicht der Splitter/toonfisch Verlag zu nennen, der seine Alben wie kein zweiter pünktlich und immer in guter Qualität herausbringt. Viele alte aber auch ganz neue Comicfans wurden dadurch wieder für unser Medium begeistert.

Und viele der anderne kleineren und größeren Verlage bringen dazu auch noch wahre Alben-Perlen heraus - Verlage wie Cross Cult, Reprodukt oder Avant, um nur einmal drei zu nennen, haben hier eine hervorragende Arbeit geleistet, sowohl was die Publikationen selbst, als auch die Pressearbeit betrifft.

Mit den Graphic Novels erschienen auch immer mehr, nicht nur regionale Artikel über Comics in den Zeitungen. Das hat wiederrum den Blickwinkel des Marktes für viele neue Leser und Sammler eröffnete.

Unbedingt erwähnen sollte man dabei auch den Finix Verlag, dessen Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht haben, vor allem alte aber auch neue Comics Serien die von den anderen Verlagen, aus welchen Gründen auch immer, plötzlich abgebrochen und nicht mehr weitergeführt wurden zu vervollständigen und dadurch für sehr viele Comics Sammler die Freude am Sammeln erhalten haben.

Auch unsere beiden Freunde Rainer Heim (als Vorstand) und Frederik Heim-Nerlich (als Mitglied) sind dort sehr emsig am werken.

Aber auch die bei den meisten Verlagen heraus gebrachten Integral bzw. Gesamtausgaben von älterer und auch neuer Comics Serien haben ihres dazu beigetragen neue Sammler zu begeistern.

Nicht vergessen sollte man dabei auch die neuen, mitunter recht gelungenen Comicverfilmungen. Auch sie haben Ihren Beitrag für unser Medium geleistet. Oder das Internet, wo man in der Lage ist, sich über Comics im Allgemeinen , die Szene, sowie Lesetipps oder Rezensionen zu informieren und dadurch auch eine Wirkung aus der digitalen Welt in den analogen Buchhandel erzielt. Die geschieht zum einen über die verschiedenen Blogs, Facebook oder auch der Tagespresse.

Und nun kommen wir noch zu einem nicht nur Deutschland weiteren Großereignis, den hier bei uns seit einigen Jahren fest etablierten Gratis-Comic-Tag, der sowohl die alte wie auch ganz neue Kundschaft wieder in die spezialisierten Comics Läden gebracht hat. Ein Ereignis an dem die Comics Händler wie die Comics Verlage gemeinsam an einem Strang ziehen.

Last but not least kann man sagen, dem Comic geht es zur Zeit so gut wie nie.

"Was ist überhaupt ein guter Comic ?"

Da kann ich nur für mich persönlich sprechen - Ein guter Comic ist nach wie vor, wenn sich die Erwartung und Inhalt der Geschichte nach dem Kauf erfüllen.

Man kann beim Lesen der alten Comics seine Jugend wieder erleben, sie entwickelt sie so einfach nach und nach beim Lesen, dann erinnert man sich an die alten, guten und schönen Jahre seiner Kindheit. Comics waren in meiner Jugend unheimlich wichtig, sie haben sehr viel dazu beigetragen, dass ich ein inneres Rechtsbewusstsein entwickelt habe.

Meine Helden haben am Ende immer gesiegt, das Gute hat über das Böse triumphiert. Sie halfen den Menschen in der Not und taten Gutes.

Es gab also immer Hoffnung, mag die Lage auch noch so Auswegs los sein.

Quelle: Copyright Text/Fotos by V.Elas