Baru - Bleierne Hitze

Artikelnummer: ed52Bblhtz001

von Baru nach Jean Vautrin,
Klappenbroschur, 116 Seiten,farbig

Kategorie: Edition 52


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Beschreibung

Bleierne Hitze ist ein Album, dass Baru nach einem Krimi von Jean Vautrin gezeichnet hat (1984 als Dog Day ? Ein Mann rennt um sein Leben mit Lee Marvin verfilmt). In diesem, in den 1970er Jahren spielenden Thriller befindet sich der Gangster Cobb auf der Flucht, nachdem er mit Freunden einen Geldtransporter geknackt hat. Leider ging die Sache schief, und so sind ihm nicht nur die Bullen, sondern auch diejenigen seiner Freunde auf den Fersen, die den Überfall überlebt haben. Und das aus gutem Grund: Cobb hat die Beute mitgenommen.
Die verbuddelt er auf der Flucht in einem Maisfeld, aber der minderjährige Joachim, der auf einem dem Feld benachbarten Bauernhof lebt, beobachtet ihn dabei. Joachim spielt gerne Gangster. Er hält sich für einen berühmten Mafiosi und kann Wirklichkeit und Fiktion nicht recht unterscheiden. Joachim träumt davon, der Gangsterboss Aniello Dellacroce zu sein, mit dem er sich so sehr identifiziert, dass er permanent Selbstgespräche mit ihm führt. Durch Zufall stolpert er über die etwa 10 Millionen Franc schwere Beute des echten amerikanischen Gangsters Jimmy Cobb, der auf der Flucht vor der Polizei und seinen ehemaligen Kumpanen auf dem Bauernhof Zuflucht sucht? Aber auch andere Familienmitglieder sind schräg drauf.  Als sie den in ihre Scheune geflüchteten Cobb entdecken, reagieren sie unterschiedlich. Manche erhoffen sich Vorteile, wenn sie ihn nicht verraten. Als zwischen ihnen schließlich ein jahrelang unterdrückter Hass ausbricht, gerät die Situation vollends außer Kontrolle. Wie eine Initialzündung tritt das Verbrechen in das noch nicht einmal mehr scheinbar geordnete Leben der bäuerlichen Familie ein. Hier dient die Krimihandlung als Rahmen für eine bitterböse Sozialstudie. Mit knappen Texten und eindringlichen Bildern gelingt es Baru, die Geschichte präzis und spannend zu erzählen, wobei er seinen Protagonisten Joachim mit erschreckender Logik tatsächlich die Laufbahn des Verbrechers einschlagen lässt.

Der französische Zeichner Baru (*1947) ist ein Mann der Tat. Und er hat trotz seiner glänzenden Karriere zu einem der heute erfolgreichsten Künstler seines Landes nie seine Wurzeln verleugnet. Noch immer schlägt sein Herz für die stillgelegten Hochöfen im Nordosten Frankreichs, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Das zeigt sich auch in seinen Comics, in denen er vom Erwachsenwerden, sozialen Missständen und Rock-Musik erzählt. Schon seine ersten Arbeiten Quéquette blues oder Lauf, Kumpel! finden große Beachtung, doch der Durchbruch gelingt ihm mit dem für den japanischen Verlag Kodansha 1991 gestalteten Band Autoroute du Soleil. In den letzten Jahren festigte Baru mit Die Sputnik-Jahre oder Wut im Bauch seinen Ruf als Comiczeichner mit Botschaft und sowohl persönlichem wie künstlerisch gelungenem Strich. Zu Recht wurde der Franzose dafür 2010 mit dem Grand Prix in Angoulême belohnt.




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