Aktuelles aus der Szene 22.11.2017 10:31

Aktuelles aus der Szene

Lorenzo Mattotti Ausstellung in Basel

Unter dem Titel „Lorenzo Mattotti. Imago“ widmet das Cartoon Museum Basel dem italienischen Comicautor eine umfangreiche Retrospektive, die nach der Vernissage am Freitag, dann von Samstag, dem 11. 11.2017 bis 11.3.2018 geht.

Zur Ausstellung erscheint auch der 120 seitige Bildband „Lorenzo Mattotti – Ligne Fragile“ zum Preis von 29,-- EUR,

der sich dem zeichnerischen Schaffen Mattottis widmet, mit Texten von Kuratorin Anette Gehrig und Christian Gasser.

Bereits Ende der 1970er-Jahre, als Gründer des Kollektivs Valvoline, vertritt Mattotti ein weit gefasstes Verständnis von Kunst, Architektur, Film und Design. Nach mehrheitlich s/w Anfängen findet er zu den dynamischen, farbstarken, expressiv aufgeladenen Bildern in fast wortlosen Comics, die ihn berühmt gemacht haben.

Sein 1985 veröffentlichter sinnlicher Comicroman "Feuer" mit surrealistischen, traumtänzerischen Inhalten in ungewohnt kreidiger Technik ist ein Meilenstein der Comicgeschichte. Mattotti kehrt aber immer wieder zurück zur Zeichnung, 1991 erscheint der in fragiler Linienführung gehaltene Comicroman "L’Homme à la fenêtre".

Er illustriert Klassiker wie: "Hänsel und Gretel" und wird 2003 für seine Version von "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" mit dem Eisner Award ausgezeichnet.

Kooperationen mit Musikern wie Lou Reed oder Filmern wie Wong Kar-Wai und Steven Soderbergh sind typisch für diesen Grenzgänger, dessen Zeichnungen auch in großen Zeitungen und Magazinen wie «The New Yorker», «Le Monde» und «Süddeutsche Zeitung» zu finden sind.

Spirou & Fantasio Movie – Der Erster Trailer

Im kommenden Jahr feiert der traditionsreiche belgische Comic-Held Spirou seinen 80. Geburtstag.

Das führt nicht nur zur Veröffentlichung einer offiziellen Spirou-Geschichte des deutschen Künstlers Flixim Februar 2018 startet außerdem die Filmadaption „Les Adventures de Spirou et Fantasio“ in den französischsprachigen Kinos.

Nach zwei Zeichentrickserien ist es der erste Versuch einer Realverfilmung des Comic-Klassikers, der auf der Leinwand eine Komödie zwischen Abenteuer und Science-Fiction werden soll.

Hier also der erste große Trailer zum Film!

Regie führt Alexandre Coffre („Eyjafjallajökull“), die prominenten Hauptrollen füllen Thomas Solivérès („Ziemlich beste Freunde“) und Alex Lutz („French Women – Was Frauen wirklich wollen“) aus, während Christian Clavier („Asterix und Obelix gegen Caesar“) Graf von Rummelsdorf gibt, Géraldine Nakache („Auf den Spuren des Marsupilami“) Steffanie, und Ramzy Bedia („Die Daltons gegen Lucky Luke“) den verrückten Wissenschaftler Zyklotrop.

Oh, und ein Eichhörnchen spielt natürlich auch mit.

Lovecrafts Echo des Wahnsinns

Howard Phillips Lovecraft (1890–1937) ist der Vater aller unheimlichen Geschichten zwischen Horror und Science Fiction, in denen kosmische und jenseitige Schrecken anzutreffen sind.

Lovecrafts Prosa-Erzählungen über die gewaltigen Großen Alten, die fiktive okkulte Bibel mit dem Titel „Necronomicon“ und allerhand düstere Eskapaden in Neuengland, die in den amerikanischen Pulp Magazinen erblühten und heute höheres literarisches Ansehen genießen denn je, schlängeln sich wie Tentakel durch die moderne Popkultur und hallen nicht nur in den Werken von Mike „Hellboy“ Mignola, Alan Moore oder Neil Gaiman laut wider.

Dabei ist die Begeisterung für Lovecrafts typische Motive und Stimmungen keineswegs ein exklusiver Fimmel englischsprachiger Kenner und Kreativer.

Gerade eben ist z. B. die originale Comic-Anthologie „Echo des Wahnsinns“ erschienen. Darin lokalisieren die beteiligten Autoren und Zeichner in dreizehn deutschsprachigen Geschichten den so einflussreichen Cthulhu-Mythos von H. P. Lovecraft in Österreich.

Das international zelebrierte kosmische Grauen mutiert in den Panel-Storys also zum alpinen Grauen, das in Wien genauso verortet sein kann wie in den nunmehr österreichischen Bergen des Wahnsinns.

Den Leser der Sammlung erwartet feinste Independent-Kost, während die Macher in ihren Lovecraft-Pastiches historische Persönlichkeiten mit Albtraum haften Visionen peinigen, den weltberühmten Cthulhu-Kosmos mit dem nicht weniger berühmten Wiener Schmä infizieren, einen Arbeitstag des Necronomicon schildern, Lovecrafts bekannte Story „Die Farbe aus dem All“ parodieren oder einen Science-Fiction-Fiebertraum wie aus dem legendären französischen Comic-Magazin „Metal Hurlant“ inszenieren.

Echo des Wahnsinns von H.P. Lovecraft, diverse Zeichner, HC, 112 Seiten, Preis 19,95 EUR

Polar wird verfilmt

Eine besonders erfreuliche Nachricht sticht aus der Flut an Meldungen über geplante, verlagerte, gecancelte oder erneuerte Schauspiel-Adaptionen von Comic-Material hervor:

Wie das US-Onlinemagazin CBR meldet, soll niemand anderes als „Hannibal“- und „Doctor Strange“-Star Mads Mikkelsen die Hauptrolle in der Leinwandumsetzung von „Polar“ übernehmen.

Viktor Santos bleihaltiger und bluttriefender Spionage-Thriller rund um den mysteriösen Agenten „Black Kaiser“ (so der Name von Mikkelsens Alter Ego) nimmt zwar zahlreiche ästhetische Anleihen an Frank Millers Noir-Klassiker „Sin City“, wirkt nach kurzer Eingewöhnung aber eher wie eine pfiffige Mischung aus klassischer, überzogener Bond-Action und skurrilem Tarantino-Neo-Pulp.

Im Regisseur Stuhl wird derweil Jonas Åkerlund Platz nehmen, der sich vor allem als visuelles Sprachrohr der Bombast-Rocker von Rammstein einen Namen machen konnte.

Ausgesprochen gute Voraussetzungen für die gelungene Umsetzung einer Comic-Story abseits des Heldenmainstreams also!

Drei hübsche, Querformate Hardcover von „Polar“ sind bereits in deutscher Übersetzung bei Popcom erschienen.

Quelle: youtube/cbr.com/ cartoonmuseum.ch