Aktuelles aus der Szene 27.10.2017 10:26

Aktuelles aus der Szene

Die Macht der Comics

Aus der Arte-Dokumentation "Die Macht der Bücher...", welche sich mit der Veränderung der französischsprachigen Literatur nach Erfahrungen und Verarbeitung von Terroranschlägen im Land befasst.

U. a. kamen der uns bekannte Comiczeichner Lewis Trondheim (Laurent Chabosy) und seine Frau Brigitte Findakly zu Wort.

In “Mohnblumen aus dem Irak” erzählt Brigitte Findakly von ihrer Kindheit im Irak.

Formula Bula

Formula Bula ist ein besonderes Comicfestival in Frankreich!

Fabien Toulmé wunderbare Kunst

Hier im ZDF-Morgenmagazin wurde der Comic "Die zwei Leben von Balduin" von Fabien Toulmé aus dem Avant-Verlag vorgestellt.

Und in der Graphic Novel "Dich hatte ich mir anders vorgestellt" erzählt (vor-)bildhaft Fabien Toulmé geradeaus, ohne politische Korrektheit, vom steinigen Weg hin zur Liebe zu seiner Tochter - denn den findet er am Ende doch.

Deutsche Nachrichten über Comics in Frankreich

Nachrichtenberichterstattung über die Unterhaltungskultur der französischen Nachbarn, genauer zu deren Wertschätzung gegenüber der Kulturtechnik Zeichnen und dem bildlichen Erzählen.

Und solange Comics in deutschen Großbuchhandlungen noch weiter in der HUMOR-Ecke angeboten werden, wird sich in diesem Land nichts ändern.

Den "Kunst ist, was als Kunst erkannt wird"!

Polina - ein Rausch der Bilder

Die Graphic Novel „Polina“ (dt. bei Reprodukt) von Bastien Vivès ist einer dieser Comics, die man skeptisch beginnt und dann mit zunehmender Begeisterung liest.

Die Geschichte einer Ballerina, wie soll das gehen - in einem Medium, das Bewegung nur stilisieren kann und auch noch stumm ist?

Nicht mal Farben setzt der junge Franzose ein, um die Geschichte zu erzählen.

Aber es funktioniert. Sogar atemberaubend.

Valérie Müller und Angelin Preljocaj, die Regisseure der Filmadaption, haben da quasi einen Heimvorteil, denn Bewegung und Musik gehören zu ihrem Medium dazu. Und dennoch gibt es erstaunlich wenig Filme, die sich ernsthaft mit Tanz oder Ballett befassen.

Umso großartiger, was Müller und Preljocaj da geleistet haben.

Denn „Polina“ ist nicht nur eine mehr als würdige Adaption des Comics – mit ganz eigenen Mitteln –, sondern auch ein herausragender Film über eine Ausdrucksform, die irgendwo zwischen Hochleistungssport und Kunst angesiedelt ist.

Polina ist blutjung, als sie beim Ballett abgegeben wird, und schnell ist klar, dass auf ihr die Hoffnungen ihrer Eltern ruhen, dem tristen russischen Alltag einmal zu entfliehen. Irgendwo am Horizont locken das Bolschoi und damit ein Traum, der sich nur für wenige erfüllt.

„Polina“ ist insofern auch ein Film übers Erwachsenwerden, über die Schwierigkeit, eigene Wege auch gegen Widerstände zu gehen, Scheitern nicht ausgeschlossen, ja nicht einmal unwahrscheinlich. Und tatsächlich ist Polinas Weg steinig...

Und auf dem Weg dahin ist „Polina“ ein Rausch der Bilder, der mit typischem Erzählkino eher wenig zu tun hat.

Die Geschichte ist der Rahmen für die Tanzdarbietungen, die

– und das kann man gar nicht genug betonen –

nie zur Nummernrevue werden.

Quelle: youtube