Aktuelles aus der Szene 16.10.2017 10:23

Aktuelles aus der Szene

Flix zeichnet Spirou

Wie der belgische Verlag Editions Dupuis und der Hamburger Carlsen Verlag soeben im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2017 bekanntgaben, wird es 2018 gemeinsam zum 80-jährigen Jubiläum der ikonischen Franko belgischen Comic-Figur Spirou zwei besondere Programm-Highlights geben.

Das Erste führt den berühmtesten Pagen der Welt hinter die Mauer ins geteilte Berlin der Achtziger Jahre – und das Zweite:

Dieses Abenteuer wird der deutsche Autor und Zeichner Flix inszeniert!

Es ist das erste Mal, dass ein deutscher Künstler ein Abenteuer des 1938 erschaffenen Helden umsetzen darf, den Rob-Vel, Jijé und André Franquin geprägt haben.

Den 1976 in Münster geborenen Flix, der seit Jahren in Berlin lebt, kennt man für stark erzählte, unverkennbar gezeichnete Comics wie „held“, „Faust“, „Schöne Töchter“ oder den wundervollen Zeitungscomicstrip „Glückskind“, dessen erster Sammelband in wenigen Wochen herauskommt.

In seiner Serie „Da war mal was…“ für den „Tagesspiegel“ beschäftigte Flix sich zudem bereits einmal mit der Teilung Deutschlands, was sogar zu einer Ausstellung an der Gedenkstätte Berliner Mauer führte.

Grandville als Fernsehserie

In wenigen Wochen erscheint im englischen Original das finale Album von Bryan Talbots „Grandville“.

In den schön aufgemachten Bänden der Panel-Serie, die auf Deutsch im Programm von Schreiber & Leser zu finden sind, liefert die britische Comic-Legende seit 2009 feinsten Hardboiled-Steampunk in einer retrofuturistischen Alternativwelt voller vermenschlichter Tierfiguren und hübscher Referenzen.

Hauptfigur ist der knallharte Dachs Detective Inspector LeBrock, der in Talbots historisch-animalischen Versionen von London und Paris leidenschaftlich ermittelt, kämpft und liebt, während er sich mit Gangstern und politischen Verschwörern gleichermaßen anlegt.

An den packenden Comic-Krimis, die irgendwo zwischen „Der Wind in den Weiden“, „James Bond“ und „Sherlock Holmes“ verortet werden können und die u. a. für den Hugo Award nominiert wurden, gibt es viel zu mögen.

Das sieht man anscheinend auch bei der britischen Produktionsfirma Euston Films so, wo man sich die Rechte für eine potentielle „Grandville“-Fernsehserie gesichert hat, wie soeben bekanntgegeben wurde.

Allerdings steht keine Animationsserie auf dem Zettel der Verantwortlichen, was man angesichts der Welt und ihrer Bewohner im Comic vielleicht erwarten würde, sondern eine Live-Action-Interpretation mit echten Schauspielern, in der die Tiergestalten und vieles mehr als Effekte aus dem Computer kommen sollen.

Drehbuchautor Julian Simpson („Doctor Who“, „Spooks“, „New Tricks – Die Krimispezialisten“) arbeitet bereits an der Adaption.

X-Men: The New Mutants - Erster Trailer

Im Filmstudio 20th Century Fox steht als nächstes schon „X-Men: The New Mutants“ in den Startlöchern, den Josh Boone (Das Schicksal ist ein mieser Verräter) inszeniert hat.

Der Film basiert auf der gleichnamigen Comicreihe, die Anfang der 1980er entstand, als Marvel den Erfolg der „Uncanny X-Men“-Reihe aggressiv ausbaute und um zig Nebentitel ergänzte.

„X-Men: The New Mutants“ startet am 12. April 2018 in Deutschland.

Doch während die Comicserie einfach nur weitere bunte Abenteuer mit frischen und sehr jungen Mutanten erzählte, scheint der Film nun in eher düsteren Gefilden unterwegs zu sein.

Hier nämlich befinden sich die jungen Mutanten nicht in Xaviers hübscher Villa, sondern in einer finsteren Anstalt, weil sie gefährlich für die Gesellschaft sind, das meint jedenfalls Dr. Cecilia Reyes (Alice Braga), die diese Kids in Gewahrsam hat.

Das Ganze wirkt eher wie ein Horrorfilm, was ja schon mal ein anderer Ansatz für einen Marvelfilm wäre.

Quelle: youtube/carlsen/ bleedingcool.com