Aktuelles aus der Szene 25.03.2020 10:33

Aktuelles aus der Szene

Giovanni Romanini (74) R.I.P.

Am 20. März ist der der vielseitigsten Künstler der italienischen Comicwelt Giovanni Romanini gestorben. Er wurde 74 Jahre alt. Er begann im Cartoon-Geschäft und machte sich dann mit dunklen Thrillern wie Kriminal und Satanik auf den Weg in die Comic-Welt.

Er arbeitete oft mit dem Künstler Magnus zusammen an Serien wie Alan Ford, der Western Serie Tex und an einer Parodie über Abenteuer die im Mittelalter spielten.

Er zeichnete neben viel Horror und auch erotische Pulp Streifen. Seine signierte Biografie der ungarisch-italienischen Pornodarstellerin und des späteren italienischen Parlamentsmitglieds - La Cicciolina erschien 1988.

Zwischen 1992 und 1995 zeichnete er vier Jahre lang Donald Duck für das italienische Disney-Magazin Topolino (Mickey Mouse). Dann zeichnete er den mysteriösen und komischen Detektiv-Thriller Martin Mystère für den Verlag Bonelli.

Erwin Drèze (60) R.I.P.

Der belgische Künstler Erwin Drèze (60) starb am 18. März in Namur an den Folgen eines Tumors, der vor mehr als anderthalb Jahren entdeckt wurde.

Er wurde von Raymond Macherot ausgebildet und erlernte sein Handwerk nun im Studio von Édouard Aidans.

Ab den 1980er Jahren arbeitete er oft als Illustrator und für das französischsprachige Magazin Tournesol. In den Jahren 1998 und 2001 zeichnete er zwei Alben von Arsène Lupin nach einem Drehbuch von André-Paul Duchâteau und Maurice Leblanc.

2006 begann er für Jacques Martin zu arbeiten und assistierte André Taymans bei seinen Alben von L. Frank (London in Gefahr, Der Meister des Atoms und Die Verfolgung).

Für Alix Reisen illustrierte er 2008 ein Album über China. Er signierte zwei Alben. Dazwischen wurde ihm 2007 angeboten, neue Geschichten für Mirliton zu zeichnen, die sein ehemaliger Mentor Raymond Macherot für das wöchentliche Spirou-Magazin nach dem Drehbuch von Raoul Cauvin gezeichnet hatte.

Für Taymans lieferte er 2011 noch die Sets für Caroline Baldwin # 15 + 16, für die er auch als Kolorist tätig war, ab.

François Dermaut (70) R.I.P.

Der französische Zeichner François Dermaut verstarb am 19. März. Er wurde 70 Jahre alt. Dermaut war der Illustrator des Zweiteilers Rosa und der Serie Malefosse. Dermaut wurde in Roubaix, Frankreich, geboren und studierte Zeichnen an der Saint-Luc in Tournai. Nach einer Karriere in der Werbewelt debütierte er als Cartoonist im französischen Comic-Magazin Djin.

Infolge dessen lernte er die Kollegen François Bourgeon und André Juillard kennen, die damals als Zeichner für die historischen Comics bei Djin tätig waren. Dermaut arbeitete dann für Triolo, Formel 1, Fripounet, Okapi und Tim und Struppi, bevor er sich mit dem Drehbuchautor Daniel Bardet zusammenschloss.

1982 begann er dann eine langfristige Zusammenarbeit mit Bardet für die realistische Geschichtsreihe Malefosse. Aufgrund einer starken Alkoholabhängigkeit musste Dermaut eine Pause einlegen. Dafür wurde er in eine Reha-Klinik eingeliefert. Später dann wurde bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert, der ihn zwang, mit dem Rauchen aufzuhören.

2001 ging er, als eine Art Reinigung, den Pilgerweg nach Compostella. Er erzählte von seiner 1.700 Kilometer langen Reise in Carnets de Saint-Jacques-de-Compostelle, die nur in Frankreich veröffentlicht wurde. 2007 zeichnete er dann den Zweiteiler Die Wege von Malefosse, der ein Vorläufer zu der Serie Malefosse ist. Für diese Alben malte er seine Seiten direkt mit Aquarell.

Diese Technik wandte er auch für sein nächstes Abenteuer an: die Adaption eines Buches von Bernard Ollivier, für das er viel Lob erhielt, der unter dem Titel Rosa in den Jahren 2015 und 2019 erschien. Die lange Pause dazwischen war auf viele gesundheitliche Probleme zurückzuführen.

Der Comic selbst handelt von einer Frau im neunzehnten Jahrhundert, die mit zwölf Dorfbewohnern ins Bett geht, um damit ihrem an Tuberkulose leidenden Ehemann ein Heilmittel zu kaufen.

Corona - Ausblicke

Eine Krankenschwester, die dem Coronavirus trotzt.

Letzte Woche bedankte sich der italienische Künstler Milo Manara mit dieser Illustration bei den Krankenschwestern in seinem Heimatland, dem am stärksten betroffenen Land in Europa.

Es ist eine von vielen, vielen Zeichnungen, Cartoons und Initiativen, Comics die kostenlos zu lesen sind, Malvorlagen zum herunter laden, Zeichenaktivitäten anzusehen oder sich von Zeichnern und Verlegern über soziale Medien selbst auszuprobieren. Man kommuniziert immer mehr auf Facebook- und Instagram-Seiten.

In der Zwischenzeit mussten immer mehr Geschäfte und damit auch Comic-Läden bis auf weiteres schließen.

Wenden Sie sich also an Ihren Comic-Shop, um mögliche Lieferungen per Post zu erhalten, da Pakete weiterhin versendet werden können.

In diesem Sinne Kopf hoch – da müssen wir alle jetzt durch…

Quelle: © Comics bei den Verlagen/stripspeciaalzaak.be