Aktuelles aus der Szene 03.02.2017 10:29

Aktuelles aus der Szene

Vom Bild zum Ton – und zurück

Ein visuelles Klavierkonzert mit Itay Dvori zu Shaun Tans "Ein neues Land" - Mit der Vertonung grafischer Literatur hat das yam yabasha ensemble unter der Leitung des Komponisten und Pianisten Itay Dvori ein "neues Genre" geschaffen: das Comic-Konzert. Auch als Solist widmet sich Dvori dem Inspirationsverhältnis von Bild und Klang. Mit seinen auskomponierten sowie improvisierten Bildvertonungen lädt er dazu ein, den Raum von und für Musik neu zu vermessen. Für sein bebildertes Klavierkonzert greift er auch bekannte Musikwerke des 20. Jahrhunderts auf, etwa von Claude Debussy, Erik Satie und Yehezkel Braun. Die während des Konzerts an die Wand projizierten Illustrationen und Gemälde zeugen vom immer schon reziprok zu denkenden Verhältnis von Musik und bildender Kunst.

Dvoris Musik-Miniaturen zu Szenen aus Comics von Manuele Fior (Die Übertragung), Joann Sfar (Pascin) und Shaun Tan (The Arrival) bilden einen Ausgangspunkt für das sich an das 70-minütige Konzert anschließende gemeinsame Gespräch über die Bedeutung von Musik und Literatur in Zeiten sozialer und globaler Kollisionen.

Die Veranstaltung findet am Samstag, 4. Februar um 20 Uhr im Jüdischen Salon im Café Leonar, Grindelhof 59, 20146 Hamburg statt. Eintrittspreise: 10 Euro.

Catherine Meurisse zu Gast in Deutschland

Die französische Künstlerin stellt ihre Graphic Novel "Die Leichtigkeit" vor - Catherine Meurisse war von 2005 bis 2016 Mitglied der Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo. Dem Attentat am 7. Januar 2015 entgeht sie nur, weil sie an dem Tag später in die Redaktion kommt. In ihrer Graphic Novel "Die Leichtigkeit" beschreibt Catherine Meurisse die Zeit nach dem Attentat; die Trauer und die Ohnmacht, aber auch ihren Weg zurück ins Leben.

Im März stellt Catherine Meurisse am 7. März in Hamburg, am 8. März in Berlin und am 9. März in Frankfurt ihre Graphic Novel persönlich vor. Ihr Auftritt findet im Rahmen des Gastlandprogramms Frankreich der Frankfurter Buchmesse und in Zusammenarbeit mit dem Institut français statt.

Angoulême 2017 - Ehrung des Comiczeichners Hermann Huppen

Das 44. Comic-Festival ehrt den belgischen Zeichner Hermann für seine mitreißenden Geschichten und gezeichneten Szenarien, die weltweit bekannt sind. Er ist Ehrenpräsident. Hermann Huppen wurde 1938 in Belgien geboren. Er arbeitete als Möbeldesigner, Zeichner, Dekorateur u. in einem Architektenbüro, bevor er 1963 erste Comicstorys zeichnete. Er gehört zu den bedeutendsten Comickünstlern Europas.

Hermann hat meine Hochachtung auch allein für sein Werk "Sarajevo Tango" (1996, Carlsen Verlag): Die Abscheuliche Geschichte einer Menschenjagd. Die enge Freundschaft zu seinem in ehemaligen Jugoslawien lebenden Agenten, den er mehrfach in Sarajevo besucht hat, ließ ihn die Tragödie dieses Landes mit einem Entsetzen erleben, das weit über das hinausgeht, was Fernsehberichte oder Bildreportagen ausdrücken können. "Als Sarajevo am 27. Mai 1992 bombardiert wurde und die UNO drei Tage später diesen Akt der serbischen Aggressson in Bosnien verurteilte, gehörte ich noch zu der großen Schar derer, die bereitwillig alles schluckten, was die Medien ihnen vorsetzten. Im Sommer 1992 war ich bereit zu glauben...Doch weit gefehlt. Fassungslos verfolgte ich..." (Hermann, 1995) Hermann stellte die UN-Soldaten in Jugoslawien mit blauen Schlupfhelmen dar. Gut, dass er seine große Klappe damals zu dem Thema aufgerissen hat.(Arte/tv)!

Angoulême 2017 - Congratulations, Mr. Cosey!

Comiczeichner Bernard Cosandey genannt Cosey wurde gerade auf dem 44. Int. Comic-Festival in Angoulême mit dem Großen Preis ausgezeichnet. Seine hier vorgestellte offizielle Mickey/Minnie-Geschichte "Eine geheimnisvolle Melodie oder: Wie Micky seine Minnie traf" wird voraussichtlich im Mai 2017 auf Deutsch im Egmont-Verlag erscheinen.(SRF/Kultur).

Quelle: youtube/carlsen