Aktuelles aus der Szene 10.02.2020 10:33

Aktuelles aus der Szene

Der Spirou-One-Shot von Dany geht weiter

Wir haben Sie schon früher darüber informiert, dass die Autoren Yann und Danny sich über den weiteren Verlauf der Geschichte zerstritten haben, nachdem Yann das Ende der Story umgeschrieben hatte.

Denn Dany hatte ja  bereits die Hälfte des Albums gezeichnet und da das neue Ende ihm nicht gefiel, hörte er einfach auf weiter zu zeichnen. Diese Situation zog sich nun seit einigen Jahren hin. Am Ende lud der Verlag Dupuis die beiden Autoren zusammen in ein Restaurant ein, um aus dieser Sackgasse heraus zukommen.

Als Dany dann im Restaurant ankam, legte er sofort einen Revolver auf den Tisch, den er auch noch auf Yann richtete.

Dany erklärt es in einem aktuellen Interview so: "Yann fragte sich, was denn passiert sei. Und auch die Menschen um uns herum fragten sich: In welcher Art von „Räuberhöhle“ sind wir hier gelandet? Jemand an unserem Tisch sagte: "Es ist nicht richtig!" Ich habe ihm geantwortet: "Wiege es, dann wirst du sehen, ob es richtig ist!"

Es waren zwei Kilo. Wir haben darüber gelacht und ich denke, das war auch nötig, um die Situation aus diesem Schlamassel zu holen und das Eis zu brechen. Wir gingen mit einem guten Gefühl nach Hause."

Dany hat nun die Zeichenarbeit an dieser neuen Spirou-Geschichte wieder aufgenommen. Man darf also gespannt sein, wenn sie endlich erscheint.

Neues von Renaud

Renaud selbst ist bereits 83 Jahre alt, aber der belgische Zeichner denkt gar nicht daran, mit dem Zeichnen aufzuhören.

Heute ist Renaud, der dank Jessica Blandy berühmt geworden ist, für die Harry Dickson - Detektivserie aktiv, von der er die letzten drei Alben fertig gestellt hat.

Ein weiteres Projekt von ihm ist eine erotische Polizei-Geschichte aus Paris. Mehr als diese Info und das Foto oben hat er dazu noch nicht bekannt gegeben.

One-Shot von Bastien Vivès

„Quatorze Juillet“, so heißt der neueste One-Shot von Bastien Vivès, basierend auf dem Drehbuch des Schriftstellers, TV-Produzenten und Dokumentarfilmers Martin Quenehen. Der Titel bezieht sich auf den französischen Nationalfeiertag und das 240-seitige Album erscheint im März bei Casterman in Frankreich.

Wir lernen den jungen Polizisten Thierry kennen, der Vincent trifft. Vincent ist ein Maler, der bei einem Überfall seine Frau verloren hat.

Thierry nimmt Vincent und seine Tochter Lisa unter seine Fittiche. Aber können sie gerettet werden? Und inwieweit ist es gerechtfertigt, den Richter selbst spielen zu wollen? Die Figuren sind verwirrt und suchen in einem traumatisierten, paranoiden und gespaltenen zeitgenössischen Frankreich nach dem Sinn für ihre Existenz.

Philippe Adamov ist gestorben

Am Montagabend, dem 3. Februar, verstarb der als Philippe Adamoff geborene französische Zeichner Philippe Adamov im Alter von 63 Jahren in London.

Adamov begann seine Karriere als Dekorateur für das Cartoonstudio von René Laloux. 1978 begann er als SF-Illustrator zu arbeiten, zeichnete zahlreiche Romancover und arbeitete an der Zeichentrickserie Ulysse 31.

1983 veröffentlichte er seinen ersten Comic für das Jugendmagazin Okapi: die SF-Geschichte „Seule au Monde“ nach einem Drehbuch von Xavier Séguin.

Nach einem Drehbuch von Patrick Cothias zeichnete er ab den 1980er Jahren seine ersten Comics für den Glénat- Verlag.

Zuerst die Samurai-Serie „Der Wind der Götter“, von der er zwischen 1985 und 1991 selbst fünf Bände zeichnete, bevor die Serie von Thierry Gioux übernommen wurde und anschließend fingen beide die zehnteilige, postapokalyptische Serie „Im Schatten des Neumondes“ (1986-2000) an und Adamov konnte danach ds Zeichnen von Comics als sein Beruf angeben.

1993 startete er auf eigene Faust die SF-Trilogie „Dayak“ (1993-1997). Gemeinsam mit dem Autor Jean Dufaux setzte er diesen Weg dann mit der vierteiligen, postapokalyptischen Serie „Die Rote Kaiserin“ (1999-2003) fort.

2004 wechselte er den Verlag und produzierte mit dem Schriftsteller Jean-Christophe Grangé, die noch nicht übersetzte dreibändige Serie „La Malédiction de Zener“ (2004-2009). Schluss endlich veröffentlichte er 2012 bei Glénat und erneut mit Dufaux als Autor sein letztes Kunstwerk:  „Dakota“.

Aber leider verkaufte sich diese neue, futuristische Serie nicht sehr gut und das zweite Album wurde erst 2016 in Frankreich veröffentlicht. Sein unverwechselbarer Zeichenstil ist ein schöner Realismus mit vielen Details. Während seiner Karriere hatte er eine große Fantasie in Bezug auf Kostüme, Sets, Technologie und andere Elemente, die zum Aufbau eines Comics beitragen.

Quelle: © youtube/ stripspeciaalzaak.be